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Meine Buchempfehlungen:

 

» Daemon «  von Daniel Surez  

Erschienen ist es 2007 - Die Story von "Daemon", aber ist so aktuell, als ob sie für das Jahr 2011 geschrieben worden wäre.

Vielleicht muss man einen Background wie der Kalifornier Daniel Suarez haben, um einen Roman wie diesen zu schreiben. Einen Roman, der wie Furcht erregende Science Fiction daherkommt und uns doch glauben lässt, das hier beschriebene Szenario könne jeden Augenblick losbrechen. Bevor Suarez sich aufs Schreiben verlegte, war er Systemberater und Software-Entwickler: ein Computerinsider, der die Möglichkeiten und Risiken weltweiter Vernetzung auf radikale Weise zu Ende gedacht und in seinem Debütroman DAEMON mit einer abgefahrenen Idee kombiniert hat: einer rechnergesteuerten terroristischen Verschwörung, entfesselt von einem Fanatiker im Augenblick seines physischen Todes.
Das Resultat ist grandios, Action, Nervenkitzel und Zukunftsmusik auf höchstem Niveau. Suarez’ Thriller wurde in den USA begeistert aufgenommen: von den Lesern und Rezensenten, aber auch von Web-Insidern wie William O’Brien, dem Leiter der Cybersecurity and Communications des Weißen Hauses. Eine Stimme unter vielen: «Dieses Buch ist so schockierend aktuell, so frisch und auf dem neuesten Stand, dass noch förmlich Metallspäne und PVC-Staub daran kleben. Die Wirklichkeit steckt überall in diesem Roman, sie ist aufregend und macht einem Angst.» (Time Magazine) Eines steht fest: DAEMON setzt Maßstäbe, an ihm werden sich in näherer Zukunft alle Cyberthriller messen lassen müssen.


Das Unheil heißt Daemon und bricht von Thousand Oaks, Kalifornien, aus über die Gesellschaft herein, just in der Sekunde, als Matthew Sobol, von erfolglosen Chemotherapien ausgezehrt, an seinem Gehirntumor stirbt. Der Gründer und strategische Kopf von CyberStorm Entertainment war eine Legende; in der Gamer-Community gelten die von ihm designten Computerspiele Over the Rhine und The Gate als das Nonplusultra, was 3D-Grafik, Sound, Levels und Multiplayer-Features angeht: Ego-Shooter mit Suchtpotential. Aber Sobol stirbt nicht allein: Die Ersten, die er mit in den Tod reißt, sind zwei Programmierer von CyberStorm – genau die, die das Entfesseln des Daemon hätten verhindern können. Joseph Pavlos und Chopra Singh wurden auf heimtückische Weise ermordet: mit einer perfiden Motorradfalle der eine, durch einen Stromschlag der andere.

Es hat begonnen. Es wird nie mehr enden …

Als Detective Pete Sebeck, Chefermittler der Abteilung Schwerverbrechen des Sheriff’s Department von Ventura County, das Anwesen von CyberStorm betritt, ahnt er nicht, dass Sobol später an ihm ein grausames Exempel statuieren wird: eine Intrige, die ihn in die Hinrichtungszelle eines Hochsicherheitsgefängnisses bringen wird. Sobol stellt sich Sebeck selber vor – in einer lakonischen Videobotschaft: «Detective Sebeck, wie ich sehe, sind Sie mit den Mordfällen Joseph Pavlos und Chopra Singh befasst. Um Ihnen unnötigen Zeitaufwand zu ersparen, sage ich Ihnen: Ich habe beide getötet. Warum, werden Sie bald wissen. Aber Sie haben ein Problem: Da ich tot bin, können Sie mich nicht verhaften. Und wichtiger noch: Sie können mich nicht stoppen.»

Als die um hochgerüstete Spezialkräfte verstärkte Polizei daraufhin das Anwesen Sobols durchsuchen will, tappt sie direkt in eine tödliche Falle, genauer gesagt: in ein regerechtes Labyrinth von Todesfallen. Am Ende sind zig Menschen tot: bei lebendigem Leib verbrannt, erschlagen, von einem unbemannten Auto zermalmt, erschossen. «Sobols Villa glühte jetzt orangerot. Dann barsten aus allen Fenstern Flammen. Binnen Sekunden war das ganze Gebäude ein zwanzig Meter hohes Lodern. Das halbe Dutzend Nebengebäude ging ebenfalls in Flammen auf und bildete in Windeseile ein tosendes Inferno. (…) Es war das albtraumhafte Waco-Szenario, das er gefürchtet hatte – so gut wie sicher verbunden mit den schlimmsten Verlusten, die das FBI je bei einer einzigen Operation erlitten hatte.»

Erst langsam dämmert es den Bundesbehörden, mit welchem Gegner sie es zu tun haben – auch wenn es schwer ist zu akzeptieren, dass ein Toter aus dem Jenseits in der Gegenwart ein Blutbad anzurichten in der Lage ist: «Denken Sie daran: Ich habe meinen Willen über meinen physischen Tod ausgedehnt. Ich werde nie von dieser Erde verschwinden. Machen Sie sich mich nicht zum Feind.»

Autoreninfo

Daniel Suarez
Bevor Daniel Suarez seinen ersten Roman begann, machte er als Systemberater Karriere und entwickelte Software für zahlreiche große Firmen der...
mehr über den Autor
Trojaner, Avatare, Zombierechner

Mit Hilfe des Internets zu töten ist eine Sache; aber Konzernzentralen, Medien und Schaltstellen von Wissenschaft, Politik, Militär und Geheimdiensten zu infiltrieren und zur Durchsetzung der eigenen Pläne zu nutzen, dazu bedarf es lebender Menschen, willfähriger Helfershelfer. Perspektivlose, Entwurzelte, Verbitterte - sie sind es, die Sobol dienen werden. Ohne die Rekrutierung und Abrichtung von Agenten wie Brian Gragg, Anji Anderson oder Charles Mosely zu Exekutoren des «Großen Plans» hätte der Daemon sein Pulver schnell verschossen. Vor seiner Anwerbung war etwa Brian Gragg ein Hacker, frei von Skrupeln und moralischen Bedenken, ein kleiner Kreditkartenbetrüger, der dann sein profitables Geschäftsfeld fand: das Stehlen fremder Identitäten, die auf dem globalen Markt leicht zu Geld zu machen waren. In der Armee des Daemons bringt er es zum Hexenmeister …

Es sind zwei Spezialisten, auf denen die Hoffnung ruht, den Wahnsinn zu stoppen: Dr. Natalie Philips und Jon Ross. Die junge Schwarze machte sich zwar als Informatikgenie (Spezialgebiet: Dekodierung geheimer Botschaften) bei der Nationalen Sicherheitsbehörde einen Namen, ist aber unerfahren in dem Bereich, in dem Ross brilliert: als Hardcore-Gamer, als Experte für CyberStorm-Spiele. Und dann gibt es da noch einen FBI-Agenten namens Roy Merritt, der in bester James-Bond-Manier sich eine der irrwitzigsten Verfolgungsjagden der Thriller-Geschichte mit dem Stellvertreter des Bösen auf Erden, mit Loki (alias Brian Gragg) liefern wird, auf dem Motorrad …

Und das ist Sobols Vision: der Eintritt in die Ära der Großen Diffusion, der technologisch induzierte Zerfall der Nationalstaaten: «Mein Daemon ist weder gut noch böse. Er ist wie das Feuer, und er wird denjenigen verbrennen, die ihn nicht zu gebrauchen lernen. Er wird die Feinde der Vernunft verbrennen. (…) Es wird bald zu Gewalt kommen, die Sie schockieren wird.»

Der Umsturz ist da – Daemon regiert …

«Der Daemon hackt keine Systeme. Er hackt die Gesellschaft.» Es ist das identische Funktionsprinzip wie das der strategischen Bombardierung. Wer die Datenströme kontrolliert, kontrolliert die Wirtschaft, die Politik, die Medien; wer die Netzwerke kontrolliert, kontrolliert die Gesellschaft. (Spektakulär in diesem Zusammenhang ist die Geschichte um den Daemon-Angriff auf die Leland Equity Group, wo es u.a. heißt: «Die Menschheit hatte immer schon Profit aus Unterdrückung gezogen. Bevor sich das Marketing der Sache annahm, nannte man es ‹Eroberung›. Jetzt war es Regionalentwicklung.»)

Was Sobol entfesselt, ist alles andere als ein «friendly takeover» gegnerischer Bastionen. Es ist ein Krieg mit Zehntausenden Toten, eine Vernichtungsschlacht, die sogar diverse Großkonzerne in den Abgrund reißen wird und die Zukunft der Weltwirtschaft bedroht – Ende offen …

Ein Buch für Computerfreaks? Klar, für die sowieso, aber ebenso für Lese intelligenter Krimis und Thriller. Man muss nicht wissen, was kompromittierte Rechner, Hoax, gespoofte Absender, bootfähige Flashlaufwerke und Buffer-Overruns sind oder was genau ein Dekomprimierungsalgorithmus bewirkt, um sich von der Geschichte faszinieren und mitreißen zu lassen. Suarez versucht erst gar nicht, all die technischen Begriffe aus der digitalen Welt zu vermeiden oder langatmig zu erklären. Über vieles liest man einfach hinweg, anderes, was man kapiert, löst den berühmten Aha-Effekt aus. Wer als Leser hat schon Zeit, sich mit technischem Kleinklein aufzuhalten, wenn spektakuläre Actionszenen vor dem inneren Auge ablaufen wie die Implosion und Explosion der Daemon-Task-Force-Zentrale auf dem Gelände der Alameda Naval Air Station – ein Showdown in grellbunter Game-Optik …?

Übrigens: Wer glaubt, dass sich nach 622 spannenden Seiten die Sache mit dem Daemon erledigt hat, sollte sich da nicht so sicher sein. Schließlich erscheint im Frühjahr 2011 von Daniel Suarez ein neuer Roman bei rororo. Titel: Darknet

 

 

 

 

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